Die Neue Zürcher rezensiert unter dem Titel “Namen und Begriffe - Ein Wörterbuch der Psychoanalyse” den “international Dictionary of Psychoanalysis”:
“Unter der Leitung des französischen Psychoanalytikers Alain de Mijolla, Herausgeber und Mitautor, hat ein Redaktionskomitee zehn Jahre an diesem Projekt gearbeitet.”
“Alain de Mijollas Ziel war es, ein Handbuch zu schaffen, das die Psychoanalyse in ihrer ganzen theoretischen und praktischen Heterogenität zeigt, so wie sie sich historisch in über fünfzig verschiedenen Ländern bis heute entwickelt hat.”
“Für Alain de Mijolla ist die Psychoanalyse kein Dogma, sondern ein unendlicher, heterogener Weg zur Erforschung der Psyche und ihrer Schöpfungen.”
Monsieur de Mijolla hat sich nach zehn Jahren Arbeit an diesem Großprojekt gewiß kompetentere Rezensionen gewünscht
Ein Dogma ist ein Glaubenssatz, eine einzelne Aussage in einem System.
Ein Teil, nicht das Ganze.
Die Psychoanalyse hingegen ist das ganze hier behandelte System.
Man kann ja sagen, daß die Psychoanalyse ein Glaubenssystem sei und dogmatisch, auf Glaubenssätzen aufgebaut. Man sollte aber nicht einen Satz mit einem System von Sätzen verwechseln. Das Wort ist nicht die Sprache, der Artikel ist nicht die Zeitung.
Wenn die NZZ das glauben sollte, wäre es ein sehr eigenes Dogma.