Im Aufmacher-Artikel über eine New Yorker Ausstellung deutscher Portraitmalerei aus den 1920ern:
Erster Satz:
“Mit Begeisterung sind sie in den Krieg gezogen, traumatisiert kehrten nur wenige aus ihm zurück.”
Wer sind sie, die in den Krieg gezogen sind? Die wenigen, die zurückkehrten? Dann kamen also alle zurück, die in den Krieg gezogen waren. Oder: traumatisiert kehrten nur wenige aus dem Krieg zurück; das ebenfalls wäre viel besser, als wenn viele Heimkehrer durch den Krieg traumatisiert gewesen wären.
Zweiter Satz:
“Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs blieben nicht nur Millionen Menschenleben, sondern auch die Illusionen und Hoffnungen einer mit ihm untergegangenen Welt.”
Eine wie der Erste Weltkrieg untergegangene Welt - das ist ein ungeschriebenes Kapitel der Geschichte: Blüte und Untergang des Ersten Weltkriegs.
Weiter:
“Dieses Kraftfeld bebt in den Bildern der Zeit heute noch nach.”
Da erzittert noch mehr, wenn Kraftfelder nachbeben.
Weiter:
“‘Glitter and Doom - German Portraits from the 1920s’ heisst eine Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum, und wenn einem bei diesem Jahrzehnt sofort das Adjektiv ‘golden’ einfällt, so ist von dem Glanz hier nur das falsche Glitzern zu sehen:”
Zwingend kausal: wenn einem das eine einfällt, dann ist nur das andere zu sehen. Und von einem Glanz ist nur sein Teil zu sehen, nämlich das falsche Glitzern, das scheinbar zu jedem Glanz gehört. Glitzerndes Gold, glänzende Juwelen der Formulierung.
Weiter:
“Sonst aber geht von dieser Ausstellung, die sich auf Porträts des sogenannten ‘Verismus’ beschränkt, eine verstörende Wirkung aus.”
Die ausgestellten Bilder sind keine Portraits des “Verismus”, denn nicht der “Verismus” wird hier portraitiert, sondern Menschen in den 1920er Jahren. Dieser Artikel allerdings ist ein veritables Portrait.