Archive for Februar, 2009

The Summens (NZZ, Titelseite)

Dienstag, Februar 24th, 2009

Im Aufmacher “Andauernder Überlebenskampf der UBS”:

“Die Behörden folgten der Argumentation der UBS aber nicht und machten geltend, dass die Voraussetzungen für ein M a s s e n v e r f a h r e n gegen Unbekannt, ein sogenanntes «John Doe S u m m e n s»-Verfahren, gegeben seien und dass es keine Verpflichtung gebe, zuerst alle Möglichkeiten der Amtshilfe zwischen den USA und der Schweiz auszuschöpfen.”

Ein “John Doe S u m m o n s” - vielleicht dachte der Autor an die Summen auf den Konten. Außerdem ist das “John Doe Summons” nicht eigentlich und immer ein Massenverfahren, sondern nur in diesem Fall.

Gesicht (FAZ, Titelseite)

Dienstag, Februar 17th, 2009

Der erste Satz im Leitartikel “Der Fluch der Boni”:

“Die E m p ö r u n g über Boni für die Investmentbanker hat nun in Deutschland ein Gesicht.
Es gehört Stefan Jentzsch, dem ehemaligen Chef des Investmentbanking der Dresdner Bank. Auf ihn konzentriert sich der Ärger der Bundeskanzlerin, von Ministern und Staatssekretären. Über ihn und seine Londoner Söldnertruppe kursieren in Berlin wilde Geschichten. Fest steht nur so viel: Gestritten wird über einen Bonustopf von 400 Millionen Euro. Die Boni sollen als Halteprämie einigen Investmentbankern zugesichert worden sein, die nun auf Auszahlung pochen, obwohl zuvor diese Sparte Milliardenverluste gemacht und so die Dresdner Bank in die Arme der Commerzbank getrieben hat.”

Die Empörung hätte dann ein Gesicht, wenn es das Gesicht eines exemplarisch Empörten wäre, etwa das Gesicht eines redlichen unteren Bankangestellten. Hier gehört das Gesicht jedoch gerade im Gegenteil einem exemplarisch empörungswürdigen Investmentbanker.

Eher: “Die U n m ä ß i g k e i t der Investmentbanker hat nun in Deutschland ein Gesicht.”

Kostenentnahme (NZZ, Titelseite)

Mittwoch, Februar 11th, 2009

Der vorletzte Satz im Artikel “1,5 Billionen Dollar zur Rettung der US-Finanzen”:

“Darüber hinaus soll das Programm, das staatliches Kapital in Banken pumpt, fortgesetzt werden. Die K o s t e n dafür sollen aus dem noch nicht ausgegebenen 700-Milliarden-Dollar-Stabilisierungsplan entnommen werden.”

Nicht die Kosten sollen daraus entnommen werden - das Geld soll entnommen werden.

Eher: “Die Kosten dafür sollen aus dem noch nicht ausgegebenen 700-Milliarden-Dollar-Stabilisierungsplan g e d e c k t werden.”

CSU und CDU (NZZ, Titelseite)

Dienstag, Februar 10th, 2009

Der erste Satz im Artikel “Guttenberg ersetzt Glos in Deutschland”.

“Der Vorsitzende der C h r i s t l i c h d e m o k r a t e n, Horst Seehofer, hat am Montag nicht unerwartet den bisherigen Generalsekretär seiner Partei, den 37-jährigen Karl-Theodor zu Guttenberg, zum neuen Wirtschaftsminister bestimmt.”

Horst Seehofer ist keineswegs der Vorsitzende der Christlichdemokraten. Er ist vielmehr Vorsitzender der Christlichsozialen, also der CSU.

Vorsitzende der Christlichdemokraten, der CDU, ist Kanzlerin Angela Merkel.

Zeitpunkt und Dauer (NZZ, Titelseite)

Montag, Februar 9th, 2009

Im Einstiegstext zum Artikel “Abstriche an Obamas Wirtschaftspaket”.

“Die republikanische Opposition behauptet, der Präsident und die Demokraten führten Amerika in eine l a n g f r i s t i g e Katastrophe.”

Eine Katastrophe ist ein Ereignis, kein Zustand. Etwas kann langfristig zu einer Katastrophe führen, eine Katastrophe kann aber nicht langfristig andauern.

Ein wenig Beherrschung (NZZ, Titelseite)

Montag, Februar 2nd, 2009

Der Einstiegstext zum Aufmacher “Das Weltwirtschaftsforum ganz im Zeichen der Finanzkrise”:

“Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Diskussionen an dem am Sonntag zu Ende gegangenen diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos s t a r k dominiert.”

Dominieren, beherrschen, hat keine Grade. Entweder hat die Krise die Diskussionen beherrscht, oder sie hat es nicht. Eine starke oder schwache Dominanz gibt es nicht.